Kanadier testen Luftschiffe für Telekommunikation
Erster kommerzieller Einsatz bereits 2004 geplant
Das kanadische Unternehmen 21st Century Airships will bis 2004 die ersten Luftschiffe für Telekommunikationszwecke in die Luft bringen. Wie der Toronto Star berichtet hat das Unternehmen einen entsprechenden Vertrag mit der US-Telefongesellschaft Telesphere Communications geschlossen. Demnach werden bis zu zehn Stratlite-Luftschiffe für das Unternehmen Ballungsräume innerhalb der USA und dem Grenzbereich zu Kanada und Mexiko abdecken. Telesphere Communications will über die Luftschiffe Breitband-Internetzugang und Mobilfunkdienste anbieten. Der Auftrag hat ein Volumen von 36 Mio. Dollar.
21st Century Airships setzt bei seinen Luftschiffen auf ein eher ungewöhnliches Design. Die Leichter-als-Luft-Fahrzeuge sind ballförmig und verfügen über zwei externe Antennen-Träger. Nutzlast, Antrieb und Steuerung sind im Inneren der Hülle untergebracht. Das Unternehmen hat bereits erfolgreich neun Prototypen seines Konzepts getestet. Der letzte Prototyp des Stratelits flog über der Wüste von Arizona. Das ballförmige Luftschiff mit einem Durchmesser von 18 Meter erreichte dabei eine Höhe von 6.000 Meter. Bei diesem Testflug konnte das Luftschiff Notebooks in einem Umkreis von 16 Kilometern mit Internetzugang versorgen. Ein weiterer Prototyp mit 40 Meter Durchmesser ist bereits geplant und soll mit einem US-Partnerunternehmen verwirklicht werden.
In der Endversion wird der Stratelite nach den Plänen von 21st Century Airships einen Durchmesser von 80 Metern erreichen und in einer Flughöhe von 19 Kilometern über dem Zielgebiet positioniert. Dort dienen die Luftschiffe als billiger Ersatz für Handymasten oder Kommunikationssatelliten, die mit billiger Technologie Zwei-Weg-Internetverbindungen anbieten können. Mit dem an Board befindlichen Dieseltriebwerk, unterstützt durch Solarzellen, kann der Stratelite bis zu einem Monat auf Position verbleiben.
„Einer der Vorteile gegenüber bestehenden Satelliten ist, dass die Luftschiffe bei Bedarf innerhalb weniger Stunden landen, ihre Nutzlast upgraden und wieder starten können“, erklärte Unternehmenssprecher Frank Lively gegenüber dem Toronto Star. Um den selben Abdeckungsgrad wie zehn Luftschiffe mit Handymasten zu erreichen, müsste eine Telekom-Gesellschaft bis zu 14.000 Handymasten errichten. Die Errichtungskosten dafür liegen bei rund 56 Mio. Dollar. Zusätzlich fallen jährlich bis zu 67 Mio. Dollar Miete an.
21st Century Airships ist nicht das erste Unternehmen, das Handymasten durch Luftschiffe ersetzen will. So hat das britische Technologieunternehmen Advanced Technologies Group bereits vor mehr als einem Jahr seinen ersten Prototyp vorgestellt. Allerdings hat das Unternehmen noch keinen Abnehmer für seinen „Stratsat“ gefunden. Daneben arbeiten auch Boeing und Cargolifter an einem Luftschiffprojekt für Telekommunikations- und Überwachungsanwendungen zusammen.
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