Computernutzung und Geschlecht
Mädchen haben ein anderes Lernverhalten
Computer werden in Schule und Hochschule vermehrt als Werkzeug und Medium des Lernens eingesetzt. In der bildungspolitischen Diskussion werden Fertigkeiten des Umgangs mit Computern als eine Schlüsselqualifikation für den Wissenserwerb angesehen. Mädchen zeigen jedoch im Gegensatz zu Jungen ein eher ablehnendes Verhalten gegenüber Computern – sie trauen sich weniger zu und interessieren sich weniger für Computer als Jungen.
Diplom-Psychologe Oliver Dickhäuser, seit 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hildesheim und der Justus-Liebig-Universität Gießen, hat sich im Rahmen eines Forschungsprojektes damit beschäftigt, dieses Verhalten von Mädchen zu erklären. Hierzu wurde von ihm ein in der Motivationsforschung etablierter Erwartungs-Wert-Ansatz auf die Nutzung von Computern übertragen. Die Ergebnisse seiner Studie liegen jetzt als Buch vor. Unter dem Titel „Computernutzung und Geschlecht“ gibt Oliver Dickhäuser eine zusammenfassende Darstellung seines Projekts „Geschlechtsunterschiede im Lern- und Leistungsverhalten am Computer“, das von der Volkswagenstiftung Niedersachsen gefördert wurde. Er zeigt auf, dass (Hoch-)Schülerinnen Computer weniger intensiv nutzen und weniger positive computerbezogene Einstellungen aufweisen als (Hoch-)Schüler. In vier verschiedenen Studien wird gezeigt, das diese Geschlechtsunterschiede in der Computernutzung in Schule und Hochschule auch theoretisch fundiert erklärt werden können.
Oliver Dickhäuser legte an der Universität Bielefeld seine 1. Staatsprüfung für das Lehramt und das Diplom in Psychologie ab und promovierte 2001 an der Universität Gießen. Seine Arbeitsschwerpunkten in Forschung und Lehre sind Geschlechtsunterschiede, Fähigkeitsselbstkonzepte und Leistungsbeurteilung.
Oliver Dickhäuser: Computernutzung und Geschlecht: Ein Erwartungs-Wert-Modell. Erschienen im Waxmann-Verlag, in der Reihe Pädagogische Psychologie und Entwicklunsgpsychologie, herausgegeben von D. H. Rost. ISBN: 3-8309-1072-X.
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